Siam Katze
/>HerkunftslandHerkunftsland:Siam, das heutige Thailand
GrößeGröße:mittelgroß
GewichtGewicht:Kater 4 bis 5 kg, Kätzinnen 3 bis 4 kg
KörperbauKörperbau:schlank und elegant, sehr langbeinig
AugenAugen:mandelförmig und schräg geschnitten; blau (am besten intensives saphirblau)
FellFell:kurz und fein, ohne Unterwolle; enganliegend, glänzend
FellpflegeFellpflege:einmal wöchentliches Bürsten
CharakterCharakter:geschwätzig und sehr intelligent; gelehrig, eigensinnig, verspielt
HaltungHaltung:sehr pflegeleichte Katze, die aber viel Beschäftigung für Körper und Kopf braucht; liebt Freigang, keine Einzelhaltung

Was macht die schöne Siamesin so besonders?

Siamkatzen bezeichnet man auch als die „Hunde unter den Rassekatzen“. Sie sind hochintelligente Tiere mit einem sehr hohen Maß an Sozialkompetenz sowohl dem Menschen als auch ihren Artgenossen gegenüber. Dabei sind sie auch überaus kommunikativ und echte Plaudertaschen! Generell gilt wohl für alle Siamkatzen: Eine Siam lebt nicht BEI ihrem Menschen, sondern MIT ihm. Die Thailänder nennen sie auch „wichian mat“ und das bedeutet „Monddiamant“. Die Siam ist neben der Perserkatze die bekannteste und wohl am meisten verbreitete Rassekatze. Diese Katzenrasse musste im Laufe der Zeit unglücklicherweise einige Modeströmungen mitmachen und frühere Rassestandards sahen für sie leider sogar früher Schielaugen, Knickschwänze und etwas zu kurze Gliedmaßen vor, weil diese Merkmale bei den ersten importierten Tieren häufig zu finden waren. Inzwischen haben sich diese Fehlbildungen aber zum Glück verloren und führen zu einer Disqualifikation bei Zuchtschauen.

Und wo kommt die Siam her?

Die Entstehungszeit dieser Katzen liegt bereits vor dem 18. Jahrhundert und ganz wie der Name schon andeutet, kommen ihre Vorfahren aus Siam, dem heutigen Thailand. Die Siam lebte fast ausschließlich bei Adeligen und wurde auch in Tempeln gehalten. Mit den Diplomaten kam das erste Siamkatzen-Paar zum Ende des 19. Jahrhunderts in das westliche Europa. Als„Teilalbino“ ist die Siamkatze eine Mutationsform, die sich durch ihre blauen Augen und ein weißes Fell mit dunkler gefärbten Abzeichen, den Points, an Ohren, Schwanz und an Pfoten charakterisieren lässt. Siamesen gehören zu den Pointkatzen, ebenso wie die Ragdoll, die Neva Masquerade, die Heilige Birma und die Colourpoint Perser. Die Abzeichen der Siam erschienen bereits vor mindestens 500 Jahren als Mutation irgendwo in Asien, es ist aber unbekannt, wie weit diese Zeichnung dort verbreitet war. Als die ersten Siamkatzen in Europa gezeigt wurden, galten alle Tiere mit und ohne Abzeichen gleichermaßen als „Siam“. Gelegentlich wurden auch Siamesen-Kitten geboren, die langhaarig waren und mittlerweile werden diese Katzen als „Balinese“ weitergezüchtet.

Und wie sieht die Siamkatze aus?

Typisch für einen Teilalbino wie die Siamkatze ist das deutlich aufgehellte Körperfell mit den dunklen Körperstellen wie Gesicht, Ohren, Beine, Schwanz und Hodensack. Die Farbe dieser Points richtet sich nach der Grundfarbe des Fells und ist bei den Siamkatzen-Babys noch ganz schwach ausgeprägt. Erst nach etwa neun Monaten erkennt man die Points vollständig. Ein weiteres Merkmal des Teilalbinismus sind die schönen blauen Augen, die durch einen Mangel des Pigments Melanin entstehen. Die Siam ist eine sehr schlanke und elegante Kurzhaarkatze, die trotzdem aber muskulös und nur mittelgroß ist. Sie sind echte Leichtgewichte: Ihr Gewicht liegt bei 3 bis 4 kg bei weiblichen Tieren und nur etwa ein Kilogramm mehr bei den Katern. Im Laufe der Zeit sind die Siamkatzen ganz besonders in Nordamerika immer zarter und feingliedriger gezüchtet geworden und ihr Kopf hat ein ausgeprägt keilförmiges Aussehen bekommen. Manche Siamkatzen-Züchter bevorzugen den älteren Typ, der nicht so feingliedrig gebaut ist und einen eher runden Kopf hat.

Während der alte Siamkatzen-Typ von den meisten Züchtern heute nicht mehr akzeptiert wird, haben sich einige Siam-Züchter dazu entschlossen, diese traditionelle Form der Siamkatze auch als „Thaikatze“ weiter zu züchten. Mit ihrem Aussehen repräsentiert sie den Rassestandard bis zum Anfang etwa der 1990er Jahre, ihre Gene sind aber identisch mit dem einer Siam des modernen Typs.

Die Siam ist die Katze mit den einhundert Farben

Siamkatzen werden in weit über einhundert Farb- und Fellmuster-Kombinationen gezüchtet. Die Farbschläge bei der Siam sind entscheidend durch die bei ihr vorgefundene Mutation geprägt. Die Zuchtverbände erkennen Tiere die einfarbig bzw. Schildpatt gefärbt sind an sowie Tabbies in allen Farben mit Siam-Abzeichen. Eine Besonderheit sind die ganz weißen Siamesen ohne das Gen für die Pointfärbung, die auch „Foreign White“ genannt werden. Diese Katzen behalten ihr Leben lang ein reinweißes Fell. Bei anderen Katzenrassen sind weißes Fell und blaue Augen eine Mutation, die oft mit Taubheit gekoppelt ist. Da bei einer Siam dieser Farbe aber die Genkombination ganz anders vorliegt, ist bei diesen weißen Katzen eine Taubheit nicht grundsätzlich gegeben, trotzdem aber werden Siam in der Farbe Foreign White nach dem Tierschutzgesetz im Hinblick auf Qualzuchten auf Taubheit überprüft. Bei der Zucht werden nur Tiere der gleichen Grundfarben miteinander verpaart, die Kreuzung mit anderen Rassen oder Farbschlägen ist nicht gestattet. Eine Besonderheit ist, dass Siamkatzen zu 100 Prozent die Blutgruppe A besitzen, aber das nur am Rande …

Für wen eignet sich eine Siam?

Die Siamkatze liebt ihren Menschen abgöttisch und braucht viel Körperkontakt. Wenn man es sich als Besitzer einer Siamkatze im Sessel bequem gemacht hat, sitzt man sicherlich dort nicht lange ohne seine Katze. Sie ist manchmal etwas anstrengend und wirkt auf manche Menschen sehr aufdringlich. Hochintelligent wie sie ist, kann sie sich dem Menschen gut anpassen, denn sie kann Körpersprache und Stimmlage ihres Menschen schnell deuten. Behandelt man diese schlanke Schöne wie eine Prinzessin, kann sie echte Starallüren entwickeln. Beschäftigt man sich viel mit ihr, wird sie auch am Erlernen von Kunststücken Spaß haben, wobei das Apportieren zu ihren Lieblingsspielen gehört. Außerdem sind alle Siamkatzen sehr soziale Wesen.

Wie erklärt sich das ausgeprägte Sozialverhalten?

Siamkatzen haben eine recht große Wurfstärke von durchschnittlich vier bis sechs Kitten, oftmals aber auch mehr. Genau das ist auch der Grund für das ausgeprägte Sozialverhalten der Siamkatzen, denn sie pflegen wie alle anderen orientalischen Katzenrassen auch ein intensives Gruppenleben mit Körperpflege, Spielen, Jagen und dem gemeinschaftlichen Aufziehen der Kitten. Unter den Rassekatzen gehören sie zu den kommunikativsten und dem Menschen am meisten zugewandten Katzen. Sie haben einen ausgeprägten Spieltrieb und ihre Lernfreude zeigen sie zum Beispiel auch dadurch, dass sie sich im Gegensatz zu den meisten anderen Rasse- oder Hauskatzen auch gerne an der Leide führen lassen wie ein kleiner Hund. Ihre ausgeprägte Kommunikationsfreude dem Menschen gegenüber hat sogar dazu geführt, dass sie in der tiergestützten Therapie zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Handicap eingesetzt werden.

Und das Zubehör für die Siamkatze?

Beim Zubehör ist diese asiatische Schönheit nicht wählerischer als andere Katzen, sie braucht das, was man als Grundausstattung für jede Katze benötigt:

  • Katzentoilette: Die Katzentoilette ist ein Muss. Hier hält der Handel eine große Zahl von Modellen bereit, die es mit Deckel und Klappe und hohen und flachen Schalen gibt. Sogar kleine Schränkchen mit Klappe gibt es zu kaufen, in denen die Katzentoilette untergebracht werden kann. Hier muss man einfach ausprobieren, welche Ausführung die Katze bevorzugt.
  • Katzenstreu: Auch Katzenstreu bietet der Handel in den unterschiedlichsten Sorten an. Da gibt es die „Klumpstreu“, die die Flüssigkeiten einschließt. Diese Klumpen kann ganz einfach beim Reinigen der Toilette mit der Katzenstreu-Schaufel entfernen. Klumpstreu ist in der Regel etwas teurer als die nicht klumpende Streu und muss lediglich immer wieder nachgefüllt werden, sodass man die Toilette nur in größeren Abständen komplett reinigen muss. Möchte man die nichtklumpende Streu verwenden, muss die Katzentoilette in kurzen Abständen immer ganz geleert und gereinigt werden. Diese preiswertere Streu macht sich nicht unbedingt bezahlt, denn man braucht viel mehr davon. Viele Katze lieben auch eine sandähnliche Streu in der sie nach Herzenslust scharren und graben können, andere wieder lieben eine Streu mit einem duftenden Deostoff. Hier sollte man einfach ausprobieren.
  • Futter- und Wassernapf: Alle Katze haben es nicht so mit dem Trinken, da macht auch die Siam keine Ausnahme. Ein Wassernapf muss aber natürlich in jedem Fall vorhanden sein, besser sogar zwei. Um der Katze das Trinken schmackhafter zu machen, kann man einen der Trinkbrunnen kaufen, die im Fachhandel in verschiedenen Ausführungen erhältlich sind. Die meisten Katzen lieben das blubbernde Wasser, das da angereichert mit Sauerstoff und gut gefiltert aus dem Brunnen kommt und einige entdecken den Trinkbrunnen auch als ein Wasserspiel für sich. Futternäpfe müssen natürlich auch sein, auf dem Markt gibt es sogar Modelle, die eine Katze an einem Chip erkennen und so das Futter passend für jedes Tier zuteilen können.
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  • Kratzbaum: Ein Kratzmöbel in der Wohnung muss natürlich auch für die schöne Siam sein. Hierbei muss es nicht unbedingt ein massives Modell sein, denn die schlanke und leichte Katze kommt mit allen standsicheren Kratzbäumen zurecht. Wenn die Wohnung nicht genügend Platz für einen großen Kratzbaum bietet, kann man auch auf Kratzbretter zurückgreifen, die man an verschiedenen Stellen sogar an der Wand befestigen kann.
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  • Schlafplatz: Körbchen und Decken müssen natürlich auch für die schöne Orientalin sein. Manch ein Besitzer möchte für die wunderschöne Katze mit etwas ganz Besonderem zum Ruhen verwöhnen und entscheidet sich vielleicht für eines der traumhaft schönen Katzensofas oder -bettchen. Allerdings darf man dann nicht zu enttäuscht sein, wenn der schöne Salonlöwe sich doch lieber einen anderen Schlafplatz sucht ...
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  • Transportbox: Auch eine Siamkatze muss hin und wieder einmal transportiert werden. Bei der zarten und schlanken Katze muss nicht allzu viel Platz für ein Transportmittel eingeplant werden. Eine sicher zu verschließende Katzenhöhle aus Weide oder eine kleinere Transportbox sind durchaus ausreichend. Ein weiches Kissen als Zugabe macht jede Reise angenehmer.
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  • Katzenspielzeug: Für die hochintelligente Siam ist Spielzeug einfach ein Muss. Hierbei ist darauf zu achten, dass ihr Köpfchen gefordert wird. Wer sich viel mit seiner Katze beschäftigt, kann es mit einem Walking-Jacket für Spaziergänge an der Leine versuchen. Ansonsten bietet der Zoohandel auch alle Arten von Geschicklichkeitsspielzeugen wie zum Beispiel das beliebte „Fummelbrett“ an.

TIPP: Die Siam - eine sehr redselige Katze

Jeder weiß wohl, wie eine Siamkatze aussieht, aber nur wenige Menschen kennen ihren Charakter, der nicht immer katzentypisch ist. Die Siam ist sehr bewegungsfreudig und braucht viel Aufmerksamkeit. Sie ist immer in der Nähe ihres Menschen und verlangt diese auch. Siamkatzen sind sehr „redselig“ und wollen sich dem Menschen auch mitteilen. Je öfter man mit seiner Katze spricht, desto mehr spricht sie dann auch mit ihm. Sie besitzt ein großes Repertoire an Lauten, das vom leisen Gurren bis zum lauten Maunzen gehen kann, und sie kann trotzig jammern wie ein Kind, wenn sie ihren Willen einmal nicht bekommt.

Ein Wort zum Futter

Wie alle Katzen ist auch die Siam natürlich ein reiner Fleischfresser und das bedeutet, dass ihre Nahrung fast komplett aus hochwertigem tierischen Eiweiß bestehen muss. Pflanzliche Eiweiße kann eine Katze nicht verwerten und leider ist es genau dieses pflanzliche Eiweiß, das in vielen der preiswerten Katzenfutter enthalten ist. Auch wenn ein Futter mit hohem Fleischanteil (wenigstens 80 %!) teurer ist, darf man hier nicht sparen. Steht auf der Dose auch noch: „Mind. 4 % Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ und ist außerdem auch noch viel Getreide enthalten, erhält die Katze nicht das benötigte Eiweiß und Erkrankungen der Nieren und Gelenke, Allergien oder Durchfallerkrankungen können die Folge sein. Dieser Grundsatz gilt sowohl für die Fütterung mit Trockenfutter als auch mit Nassfutter, wobei eine Fütterung mit Trockenfutter allein bei den von Natur aus wenig trinkfreudigen Katzen an sich schon problematisch sein kann. Bei Fütterung mit dem praktischen Trockenfutter sollte gut darauf geachtet werden, ob die Katze auch genügend trinkt.

Auch sollte man sich einmal mit dem Thema BARF (Biologisch Artgerechte Rohfleisch Fütterung) beschäftigen. Ein Versuch lohnt sich sicher und im Fachhandel gibt sehr gute Literatur, die umfassend über das BARFen informiert.

Ein hochwertiges Futter wird die Katze mit einem glänzenden Fell, einer guten körperlichen Verfassung und einem ausgeglichenen Wesen danken!

Rassekrankheiten bei der Siamkatze

Leider zeigen sich bei der Siam eine ganze Reihe von Erbkrankheiten. Der bereits angesprochene Knickschwanz ist hierbei nicht mehr finden, da er zu einem Ausschluss als Zucht- und Ausstellungstier führt. Bei den Fehlbildungen ist allerdings der Wasserkopf (Hydrozephalus) als Missbildung bei den Siam-Kitten häufiger als bei anderen Katzenrassen. Kätzchen mit Hydrozephalus sterben unmittelbar nach der Geburt und sind auf keinen Fall lebensfähig. Ebenso findet sich ein Zusammenhang zwischen den Points und Augenkrankheiten und ist ein bekanntes Problem. Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems kommen ebenso vor wie Stoffwechselstörungen, Blutzelldefekte und Krebserkrankungen. Die Siamkatzen zeigen aber noch einen gewissen Hang zum Fressen und Benagen von unverdaulichen Stoffen wie zum Beispiel Wolle. Diese auch „Pica-Syndrom“ genannte Krankheit wurde bei Untersuchungen im Jahr 2002 bei den Siamkatzen am häufigsten gefunden. Ein verantwortungsvoller Züchter für Siamkatzen wird hier die vorgeschriebenen Untersuchungen für seine Elterntiere peinlich genau durchführen und seine Tiere selbstverständlich lebenslang tierärztlich begleiten lassen. Natürlich haben diese Tiere auch ihren Preis, der aber bei so viel Fürsorge und Pflege durchaus berechtigt ist.

Fazit

Die Siamkatze ist überaus menschenbezogen und eignet sich absolut hervorragend für die Haltung als Familienkatze. Sie ist sehr sozial und geduldig den anderen Tieren in der Familie gegenüber und auch Kindern ist sie ein treuer Freund und Spielkamerad, wenn sie ihrer Intelligenz entsprechend mit Achtung und Respekt behandelt wird. Sogar als Therapietier ist sie fantastisch geeignet. Ob man der „modernen“ oder „traditionellen“ Siam, die als Thaikatze gezüchtet wird, den Vorzug gibt, richtet sich ganz nach dem persönlichen Geschmack des Katzenliebhabers und hier kann man sich guten Gewissens das aussuchen, was gefällt, denn beide Zuchtrichtungen sind genetisch absolut gleich.

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