Perser Katze
/>HerkunftslandHerkunftsland:
GrößeGröße:mittelgroß
GewichtGewicht:die Perserkatze ist die einzige Rasse, die offiziell als Langhaar bezeichnet wird
KörperbauKörperbau:gedrungen, kurzbeinig mit breitem, runden Kopf
AugenAugen:groß und rund
FellFell:dicht, lang und üppig mit seidiger Textur; volle Nackenkrause, buschiger Schwanz
FellpflegeFellpflege:tägliche Fellpflege ist unabdingbar
CharakterCharakter:anhänglich, häuslich und sehr verschmust
HaltungHaltung:sehr pflegeintensive Katze, die gut mit reiner Wohnungshaltung zurecht kommt

Perserkatzen - königliche Diven im Pelzmantel

Als eine der ältesten Rassekatzen berührt uns die Perserkatze mit ihrem niedlichen Puppengesichtchen. Bereits im 17. Jahrhundert kamen aus Asien die ersten langhaarigen Katzen nach Frankreich, aber ob diese tatsächlich die Vorfahren unserer hübschen Perserchen sind, ist ausgesprochen fraglich. Katzen mit längerem Haar und einem buschigen Schwanz sollen schon im Osmanischen Reich im 15. Jahrhundert zu den Lieblingstieren einiger Sultane gehört haben. Daher scheint es so, dass die ersten langhaarigen Katzen aus der Türkei kamen. Katzen dieser Art wurden damals als Angorakatzen bezeichnet, denn sie kamen häufig aus der türkischen Provinz Ankara. Immer noch strahlen sie eine aristokratische Ruhe und Gelassenheit aus.

Für wen eignet sich die schöne Aristokratin?

Perser sind sehr ruhige Katzen mit einem nur mäßig vorhandenen Freiheitsdrang. Für Katzenliebhaber, die die Bequemlichkeit lieben, und die, die ihrer Katze keine Möglichkeit zum Aufenthalt im Freien geben können, ist sie daher auch ohne Freilauf glücklich zu machen. Leider gehört der Perser aber auch zu den pflegeintensivsten Rassen und so ist es für ihren Besitzer auch von Vorteil, dass durch den fehlenden Freilauf das Fell nicht verschmutzen und verfilzen kann. Die Perserkatze ist eine Katze, deren Fell in der Pflege sehr viel Zeit erfordert und für viele Menschen neben der Siamkatze der Inbegriff einer Edelkatze.

Die ungeklärte Herkunft der Perserkatze

Im 20. Jahrhundert gehörten die Perserkatzen weltweit zu den beliebtesten Rassen. Sie verdrängte die bis dahin so beliebte Maine Coon von ihrem Platz an der Spitze. Wie die Perserkatze ganz genau entstanden ist, ist bis heute nicht belegt, aber wie durch die Genforschung inzwischen herausgefunden worden ist, stammen sie genau nicht von den langhaarigen Asiaten, sondern eher von russischen langhaarigen Hauskatzen ab. Offensichtlich handelt es sich bei der wunderschönen Perserkatze um ein echtes „Zufalls-Produkt“.

Warum haben so viele Perserkatzen tränende Augen?

Das Schönheitsideal der Perserkatze änderte sich in den letzten einhundert Jahren mehrfach, bis die Katze immer kleiner und kurzbeiniger wurde und die Stirn und der Gesichtsschädel immer flacher. Im Laufe der Zeit änderte sich auch die Struktur des Felles: Es wurde immer üppiger mit immer mehr Unterwolle, was auch die Pflegeintensität der Katzen heutzutage bedingt. Tierschutzbedenken gibt es hinsichtlich der Extremzüchtungen unter den Perserkatzen, die mit ihrem extrem verkürzten Gesichtsschädel schon den Qualzuchten zugeordnet werden können. Zum Glück sind solche Qualzuchten in Deutschland verboten, aber in Amerika tauchen seit einiger Zeit Exemplare mit einem „Peke-Face“ auf. Das Gesicht dieser Katzen ist so flach, dass die Nasenlöcher schon fast zwischen den Augen zu liegen kommen. Die solcherart deformierte Nase führt zu tränenden Augen, teilweise schweren Atemproblemen und Beschwerden sogar bei der Nahrungsaufnahme. Oft ist auch die Geburt der Perserkitten nicht unproblematisch und kann nur über einen Kaiserschnitt erfolgen. Inzwischen werden von verantwortungsvollen Perserkatzenzüchtern aber auch vermehrt wieder die „traditionellen“ Perser, typvoll und nach dem heutigen Rassestandard, aber mit längeren Nasen gezüchtet. Vermutlich ist das auch darauf zurückzuführen, dass diese Katzen bei wundervollem Aussehen doch weniger Gesundheitsprobleme haben. Mit der Extremzucht verschwindet der süße Gesichtsausdruck der Perserkatze und weicht grimmigen Gesichtszügen und die schönen Kulleraugen beginnen zu weinen.

Der Fluch der langen Haare...

Perserkatzen zählen zu den Langhaarkatzen. Langhaarigkeit bei Katzen beruht auf einer Mutation, die den Haarausfall verlangsamt. Dem dicken Teddyfell der Perser aber liegen im Gegensatz zum dünneren Fell der anderen langhaarigen Katzen gleich mehrere, von Züchtern sorgfältig ausgewählte genetische Faktoren zu Grunde. Die teddyplüschigen Perser sind vom Naturell eher gemütlich, viele Perserzüchter scheren ihren Showtieren nach der Ausstellungssaison den schweren Pelz und siehe da: Ohne ihr schweres und warmes Haar werden die kleinen Teddys gleich deutlich aktiver und aufgeweckter. Bei Showtieren kann das Fell sogar extrem lang werden - bis zu 12 Zentimeter sind schon gemessen worden.

Perser mit Näschen

Der Rassestandard der Perserkatzen wünscht sich eine große bis mittelgroße Katze mit einem gedrungenen Körper auf kurzen und stämmigen Beinen. Die ersten Zuchtversuche wurden in Schweden und in den USA unternommen, planmäßig werden die Katzen aber erst zum Ende der vierziger Jahre in Großbritannien gezüchtet. Die Farbschläge der heutigen Perserkatzen sind einfarbig, Schildpatt und Bicolor in allen Farben, auch Smoke, schattiert und gestromt kommen vor. Die Nase der ersten Perser war nicht so stark verkürzt wie man es bei den heutigen Showkatzen sehen kann. Einige verantwortungsvolle und seriöse Perserkatzenzüchter haben dem allgemeinen Mainstream den Rücken gekehrt und sich wieder der europäischen Perserkatze mit ihren längeren Nasen zugewandt. Leider entsprechen die längeren Nasen nicht den Zuchtrichtlinien der Perser: Eine Perserkatze nach dem höchsten Zuchtstandard - und damit sozusagen mit höchster persischer Perfektion - hat ein extrem langes Fell, kurze Beine, einen breiten Kopf mit weit auseinander stehenden, kleinen Ohren, große Kinderaugen und verkürzte Nasen. So ist es eben immer noch. Und obwohl sie auf jeder Katzenausstellung ohne Chancen sind, widmen sich immer mehr Züchter den „Persern mit Näschen“, denn nicht jeder mag den leicht grimmigen Gesichtsausdruck der Perserkatzen nach heutigem Rassestandard.

Ein Wort zum Rassestandard der Perserkatze

Um das Jahr 1950 herum sind in den USA und in Großbritannien die sogenannten „Colourpoint Persian“ entstanden mit Vorfahren aus Kreuzungen von Perser mit Siam. Beide Perserschläge haben ein Gewicht von 3,5 bis 7 kg, Kätzinnen sind etwas leichter als Kater. Man glaubt, dass die Kreuzung von Perser- mit Siamkatzen zur Entstehung der Rasse der Birmakatzen geführt hat. Amerikanische Forscher verpaarten in den 30er Jahren Perser mit Siam, um die Vererbung bestimmter Merkmale zu erforschen. 1957 wurde die so neu entstandene Colourpoint-Rasse dann in den USA unter dem Namen „Himalayan“ registriert. Heute wird sie im allgemeinen den Persern zugeordnet, ihre Zeichnung aber immer noch Himalayan genannt. Manch ein Perserzüchter betrachtet sie als eigene Rasse, mancher nur als besonderen Farbschlag. Ist das rezessive Colourpoint-Gen erst einmal in einer Zuchtlinie etabliert, werden immer wieder Perserkitten dieser Farbe vorkommen. Diese Colourpoint-Langhaar hat den Körperbau, das Fell und das Wesen einer Perserkatze, aber die Abzeichen einer Siam, wobei aber die Augen nicht das intensive Saphirblau wie das der Siam haben. Bei der Colourpoint-Perser handelt es sich quasi also um eine gespaltene Persönlichkeit: Körperbau und Gelassenheit kommen von der gemütlichen Perserkatze, die schönen Abzeichen und ein ordentlicher Schuss Temperament kommen von der Siam. Wer eine solche wunderschöne Katze sein eigen nennen möchte, muss sich allerdings auf einen guten Anteil Pflegeaufwand für seinen Schützling einstellen.

Wie viel Fellpflege muss sein?

Eine gut gepflegte Perserkatze wird immer bewundert und ist für den Besitzer mit Sicherheit die schönste Katze der Welt. Obwohl die Katze sich natürlich auch selbst pflegen kann und sich genauso ausgiebig putzt wie jede andere Katzenrasse, ist sie mit dieser Fülle an Haaren einfach überfordert. Deswegen muss das Fell täglich gekämmt werden und so wird die Fellpflege nicht so zeitintensiv wie befürchtet, da die konsequente tägliche Kontrolle jede Verfilzung im Keim erstickt. Wenn die ersten Knötchen auftauchen, können sie meistens gut entwirrt werden und hierfür genügen fünf bis zehn Minuten am Tag. Einmal wöchentlich sollte das Fell dann gründlicher gekämmt werden und nach dem Kämmen mit einem groben, weitzinkigen Kamm wird das Fell mit einem feineren Kamm noch einmal intensiver bearbeitet. Durch spielerische Übungen kann man das junge Kätzchen an diese Prozedur gewöhnen, selbst wenn es in diesem Alter noch nicht nötig wäre.

Was brauche ich für mein liebenswertes Perserchen?

Das Zubehör für ein Perserkätzchen unterscheidet sich bis auf die unvermeidlichen Utensilien zur Fellpflege nicht von dem für andere Katzen: