Norwegische Waldkatze
/>HerkunftslandHerkunftsland:Norwegen
GrößeGröße:groß und muskulös
GewichtGewicht:Kater bis 5 kg, Kätzinnen bis 7 kg
KörperbauKörperbau:Hinterbeine länger als die Vorderbeine für enorme Sprungkraft
AugenAugen:groß, alle Farben
FellFell:halblang und wasserabweisend
FellpflegeFellpflege:relativ pflegeleicht, mehrmals wöchentliches Bürsten
CharakterCharakter:intelligent, anhänglich
HaltungHaltung:meisterhafte und sehr sprunggewaltige Kletterkünstlerin, die einen sehr standsicheren Kratzbaum benötigt, am liebsten Freigang in einem gut gesicherten Garten; kann sehr gut mit anderen Haustieren vergesellschaftet werden (keine Fische oder Vögel)

Die Trollkatze aus dem hohen Norden

Die Norwegische Waldkatze ist der Sage nach die „Trollkatze“ in den skandinavischen Märchen. Sie ist auch unter dem Namen „Wegie“ bekannt und erinnert an einen kleinen Luchs ... so sagen es jedenfalls die Fans und die Züchter für die Norwegische Waldkatze. Sie ist eine sehr ursprüngliche Katze, die ohne jedes menschliche Zutun in Norwegens Wäldern entstanden ist. Sie ist eine recht große, robuste Katze mit halblangem Fell, die in der Tat eher an einen Luchs als an eine Rassekatze erinnert. Die Ursprünge der „Trollkatze“ liegen weitgehend im Dunklen und gerne bezeichnet man sie auch als die „Katze der Wikinger“. Als die Bekanntheit der Norwegischen Waldkatze stieg, tauchten zwei weitere Vertreter der Waldkatzen auf: In Amerika die Maine Coon und dann die Sibirische Katze. Allen diesen Waldkatzen zu eigen ist ihr ähnliches Äußeres, das den kalten Regionen, aus denen sie kommen, entstammt. Obwohl auch die Norwegerin eine sehr große Katze ist (in Einzelfällen bringt es ein Norweger-Kater auch auf glatte 9 kg an Gewicht), wird sie von der Maine Coon in der Größe noch übertroffen. Die Sibirische Katze ist zierlicher und ihr Gesicht ist etwas runder mit kürzerer Nase.

Herkunft und Aussehen der Norwegischen Katze

Norweger gibt es in allen möglichen Farben und Zeichnungen mit und ohne einem beliebigen Weißanteil: Einfarbig, Schildpatt, Bicolor in den traditionellen westlichen Farben, Smoke, Schattiert und Tipping. Auch alle westlichen Tabbymuster kommen vor. Unerforscht ist ihre Herkunft. Womöglich sind einst mit den Seefahrern Perserkatzen als Schiffskatzen mitgebracht worden und haben sich mit den heimischen Hauskatzen verpaart und damit zum heutigen Katzentyp geführt. Allerdings hat die Wissenschaft inzwischen belegt, dass auch natürlich auftretenden Mutationen von einheimischen Katzen zu diesem Katzentyp geführt hätten. Dazu hätte es lediglich vier spontane Mutationen gebraucht. Was auch immer diese Katzenrasse hervorgebracht hat, ist letztlich angesichts dieser hübschen und imposanten Tiere überhaupt nicht wichtig, denn in den 1930er Jahren begannen Züchter mit der Aufstellung eines Zuchtprogramms und 1938 schließlich war die Norwegische Waldkatze erstmals auf einer Katzenausstellung zu sehen. Zwischendurch kam, nicht zuletzt wegen des Zweiten Weltkriegs, die Zucht wieder zum Erliegen, was aber in den 70er Jahren durch einen zweiten Zuchtanlauf engagierter Züchter für die Norwegische Katze wieder aufgefangen wurde. Die Katzenrasse bekam ihren eigenen Rassestandard und brachte es 1972 sogar zur Ernennung als „Norwegische Nationalkatze“. So wurde die Bezeichnung „Norsk Skogkatt“ offiziell. Inzwischen erfreut sich die Norwegische Waldkatze überall in Europa einer zunehmenden Beliebtheit.

Sagen und Märchen

Mit dem Menschen zusammenlebende Katzen gab es schon vor 3.000 Jahren. Das war im alten Ägypten. Von hier aus verbreiteten sie sich über die ganze Welt. Die ersten Spuren von Katzen in den skandinavischen Ländern gibt es in Sagen und Märchen: So soll die Liebesgöttin Freya vor ihren Himmelswagen zwei Katzen gespannt haben. Diese zogen ihn mit Leichtigkeit und Eleganz im Flug. Auch in skandinavischen Märchen tauchen Trollkatzen mit mystischen Zauberkräften auf.

Ein ungemütlicher Lebensraum

Das extreme Klima in Skandinavien hat das Erscheinungsbild der Norwegerin geprägt: Groß, kräftig und muskulös gebaut besitzt sie ein doppellagiges Fell mit einer dichten Unterwolle und einem sehr stark wasserabweisenden Deckhaar. Im Laufe der Jahreszeiten wechselt auch die Norwegische Katze ihr Fell - im Winter trägt sie ihr dickes Winterfell mit dichter Unterwolle, das auch bei klirrender Kälte einen zuverlässigen Schutz vor Nässe und Kälte abgibt. Dieses Winterfell ist nicht so fein und seidig wie zum Beispiel das der Maine Coon oder der Perserkatze. Sie wirken deshalb immer leicht zerzaust. Zwischen den Ballen der Pfötchen trägt sie Haarbüschel, die in den schneereichen Gegenden ihrer skandinavischen Heimat als Schneeschuhe fungieren. Im Sommer fehlt das Unterfell meist ganz und nur die langen Schwanzhaare lassen auf eine langhaarige Katze schließen. Eine Besonderheit gibt es bei den kastrierten Norwegern: Die nichtkastrierten Katzen zeigen den Unterschied von Winter- zu Sommerfell wesentlich deutlicher, während Kastraten auch im Sommer ein recht eindrucksvolles, üppiges Haarkleid präsentieren.

Und die Fellpflege der norwegischen Waldkatze?

Trotz ihren üppigen Fells ist aber die Fellpflege bei der Norweger Waldkatze nicht besonders aufwändig, denn sie gehört zu den Katzenrassen, die ihre Fellpflege ganz allein sehr gut hinbekommen. Für ein gelegentliches Bürsten etwa ein- bis zweimal in der Woche ist die Katze aber trotzdem sehr dankbar. Man reduziert so auch die Zahl der lästigen Haare im Katzendarm und trägt damit viel zum Wohlbefallen des kleinen „Haus-Trolles“ bei.

Ein sanfter Spätentwickler mit Temperament

Die Norweger Katze ist ein echter Spätentwickler unter den Katzen und benötigt viel Zeit für ihre Entwicklung. Tatsächlich kann es sogar sein, dass eine Norwegerin bis zu ihrem vierten Lebensjahr noch wächst. Sie ist eine sehr sanfte und anhängliche Katze, die aber als Naturrasse trotzdem ihre Unabhängigkeit schätzt. Ihre Umgänglichkeit macht sie zu einer idealen Familienkatze, die auch bestens mit anderen Haustieren und Kindern zurecht kommt. Hektik und Aggression wird man bei ihr vergebens suchen. Es spricht natürlich nichts dagegen, diese ursprüngliche Katze als Freigängerin zu halten, aber sie kommt auch bestens in reiner Wohnungshaltung zurecht. Hat sie die Möglichkeit, sich in einer weitläufigen Umgebung frei zu bewegen und einen möglichst hohen Kratzbaum zur Verfügung, wird sie auch hier ein glückliches Katzenleben von immerhin 13 bis 18 Jahren genießen können.

Unerschöpfliche Farbenvielfalt

Tatsächlich sind auch bezüglich der Fellfarben keine Grenzen gesetzt, denn mit Ausnahme von Points, Cinnamon, Chocolate, Lilac und Fawn sind alle Farben im Rassestandard erlaubt. Auch ein engagierter Züchter für die Norweger Katze wird keine „Fellwissenschaft“ mehr betreiben müssen, denn bei den Norweger Katzen hat sich im Laufe der Jahrtausende das rezessive Langhaar-Gen so durchsetzen können, dass nur noch langhaarige Norweger-Kitten geboren werden. Obwohl die Norweger Waldkatze aufgrund ihres Show-Einsatzes gern als „Edelkatze“ gesehen wird, ist ihr Naturell immer noch das einer normalen Gebrauchskatze.

Und das Zubehör?

Natürlich kommt auch die naturnahe Norwegerin nicht ganz ohne Zubehör in der Wohnung aus: