Was kennzeichnet eine Langhaarkatze?

Langhaarkatzen sind eine Katzenrasse, die in der Natur eher selten zu finden ist. Die Langhaarigkeit der Katze ist abhängig von einem Gen, das rezessiv vererbt wird. Das bedeutet, dass ein Kitten zwei Langhaar-Gene von seinen Eltern mitbekommen muss, damit es ebenfalls lange Haare hat. Beide Elternteile müssen also reinerbig langhaarig sein, um mit ihnen Langhaarrassen züchten zu können. Zwar haben auch unsere Hauskatzen genau dieses Gen in grauer Vorzeit mitgekommen, es hat sich allerdings wegen seiner rezessiven Eigenschaft nicht lange halten können. In fast allen Regionen der Erde leben nur kurzhaarige Wildkatzenrassen – bis auf die Katzen in der Van-Region, die sich von der Ost-Türkei über den Nordwest-Irak bis hin zum nördlichen Kaukasus erstreckt. Wissenschaftler vermuten, dass sich der Erhalt der Langhaarigkeit darauf begründet, dass hier die bitterkalten Winter ganz einfach die Selektion übernommen haben und die Katzen mit dem dicken und gut isolierenden Fell die besten Überlebenschancen hatten.

Woher kamen unsere Langhaarkatzen?

In Europa kamen einige langhaarige Katzen im 16. Jahrhundert an und gelangten von hier aus später auch nach England. Diese Katzen wurden sehr bald als sogenannte „russische“ oder „französische“ Katzen bekannt und später dann als „Perser“- oder einfach „Angorakatzen“. Die Perserkatzen so wie wir sie kennen, hießen in England ursprünglich einfach nur „Longhair“ und die Angorakatzen eine Zeit lang „Orientalisches Langhaar“. Weiter oben im Norden entwickelten sich dann später einige weitere Langhaar-Katzenrassen. Unter diesen Rassen fanden sich die Maine Coon in Nordamerika, die Norwegische Waldkatze und die Sibirische Katze, die heute zu den Halblanghaarkatzen zählen. Es ist durchaus möglich, dass sich diese Rassen aus den Rassen Zentralasiens entwickelt haben, die vorher aus Europa dorthin gekommen waren.

Wie sieht ein langhaariges Katzenfell im Aufbau aus?

Bei Langhaarkatzen sind sowohl die Leithaare als auch die Unterwolle sehr lang und auch sehr dicht. Auch wenn die Maine Coon, die Norwegische Waldkatze und die Sibirische Katze ein sehr langes Fell haben, werden sie wie gesagt zu den Halblanghaar-Katzen gezählt. Die einzig echte, aber auch die beliebteste und spektakuläre Langhaarkatze ist die Perserkatze.

Bei den Langhaarkatzen ist die Wolle das Tolle!

Das Fell der Perserkatze als echter Langhaarkatze ist ausgesprochen beeindruckend, hat aber auch einen großen Nachteil: Es braucht ungemein viel Pflege, damit es so prächtig bleibt und nicht filzt. Und diese Pracht kann eine Perserkatze allein nicht mehr bewältigen. Eine Katze verbringt etwa 10 % des Tages mit der Pflege ihres Fells und zwar immer genau nach dem gleichen Muster: Erst muss das Fell von Staub und Verunreinigungen befreit werden, danach kommt das „Feintuning“ mit den Pfötchen. Hierfür werden sie mit Speichel benetzt und die Katze fährt sich dann mit den Pfoten über ihren Kopf und das Gesicht. Die Katzenzunge ist nun einmal nicht so lang … Der Spruch von der „Katzenwäsche“ beim Menschen gilt so also nun tatsächlich nicht, denn die Katze ist recht gründlich bei ihrer Reinigung, denn sie befreit sich nicht nur von Staub und Schmutz, sondern auch von ihren Eigengerüchen. Diese würden in der Natur sonst ihrerseits größere Raubtiere anziehen. Die wirklich beeindruckende Haarpracht der Perserin braucht dringend die unterstützende Fürsorge des Menschen. Es muss regelmäßig gebürstet und gekämmt werden, damit die Haarmassen nicht verfilzen. Ideal ist es, wenn man sein Perserchen bereits im Babyalter an diese Prozedur gewöhnt, damit es Kamm und Bürste später nicht fürchtet.

Haben Langhaarkatzen wirklich einen speziellen Charakter?

Perserkatzen sind bekannt dafür, dass sie sehr ruhige Wohnungskatzen sind. Man wird bei ihnen kaum irgendwelche Temperamentsausbrüche erwarten. Viele Aussteller von Perserkatzen scheren ihre Tiere nach Ende der Saison und sie da – diese werden plötzlich lebhafter und deutlich aufgeweckter. So kann man wohl nicht davon sprechen, dass ihre Gemütlichkeit eine Charaktereigenschaft ist. Wenn man für eine solche Schönheit allerdings einen Kratzbaum anschaffen möchte, so gilt es trotzdem zu bedenken, dass dieser ausgesprochen standfest sein muss, denn eine Perserkatze ist zwar kein Temperamentsbündel, aber doch eine schwere Katze. Und wenn dieses Gewicht mit einem Plumps auf einem Kratzbaum landet, sollte dieser das schon gut aushalten können.

Welches Pflegegerät sollte ich für eine solche langhaarige Schöne bereithalten?

Außer einer sehr sanften Katzenbürste benötigen die großen und langhaarigen Perserkatzen noch eine spezielle Fellpflegebürste mit ihrem ganz praktischen Nutzen: Durch ihre spezielle Konstruktion dringen sie tief in die Masse der Deckhaare ein und lockern so die Unterwolle, die das lose Haar dann spielend freigibt. Nur in seltenen Fällen muss eine Katze überhaupt gebadet werden und das gilt selbstverständlich auch für eine Langhaarkatze. Ein Trockenshampoo leistet ebenso gute Dienste, denn es entspricht dem am besten, was eine Katze in der Natur für die Reinigung benutzt: Trockenen Sand oder sandige Erde. Katzen wälzen sich gerne im Sand, um starke Verunreinigungen zu entfernen.

Nachgefragt: Warum tränen Perserkatzen oft die Augen?

Eigentlich sind tränende Augen nicht typisch für die langhaarige Katze an sich, haben mit dem Langhaar-Gen also gar nichts zu tun. Das Problem der tränenden Augen bei der Perserkatze ist eher durch die Zucht entstanden, bei der das Gesicht der Perserchen immer rundlicher und kürzer wurde. So wollten die Züchter dem begehrten „Kindchenschema“ Rechnung tragen, das die Katzen so niedlich aussehen ließ. Durch die platter gewordene Nase allerdings werden die Tränenkanäle oft so eng, dass die Tränenflüssigkeit durch sie nicht abfließen kann und dem Perserchen kommen im wahrsten Sinne des Wortes die Tränen. So sieht man vor allem bei den hellen Persern sehr oft gelbliche Spuren im Gesicht unter den Augen. Hier muss man dringend auf die tägliche Augenpflege achten, die man am besten mit einem feuchten Wattepad durchführt. Im Handel allerdings finden sich auch schonende, medizinisch getestete Lösungen, die die Vergilbungen oder mögliche Verkrustungen schonend anlösen und entfernen.

Wie züchtet man denn nun eine dieser begehrten Langhaarkatzen?

Hier muss man einen Blick auf die Genetik der Katzen und ihrer Auswirkung auf das Katzenfell werfen: Genetisch gesehen gibt es nur Katzen mit kurzem und mit langem Fell. Es hängt wie schon gesagt von den Genen ab, ob eine Katze kurz- oder langhaarig geboren wird. Je ein Elternteil vererbt ihr hierzu je ein Gen, das die Haarlänge bestimmt. Und dieses Gen kann dominant oder rezessiv sein: Ein dominantes Gen wird man als Abbild immer in der Erscheinung eines Lebewesens erkennen können. Ist ein Gen allerdings rezessiv, wird man das Ergebnis nur dann sehen können, wenn beide Elternteile genau dieses Gen an ihren Nachkommen weitergeben. Kurzhaarigkeit wird dominant vererbt und das bedeutet, dass nur ein Gen erforderlich ist, damit eine Katze ein kurzes Fell erhält. Langhaarigkeit ist rezessiv vererbt und bedingt zu ihrer Sichtbarkeit genau zwei Gene, damit ein langhaariges Kätzchen geboren wird. Das bedeutet aber auch, dass man einer kurzhaarigen Rassevertreterin nicht ansehen kann, ob sie reinerbig mit zwei Genen für Kurzhaarigkeit oder mischerbig mit je einem Gen für Kurz- und einem für Langhaarigkeit geboren ist.

Ein Merksatz für die Katzenzucht:

Verpaart man also zwei Langhaarkatzen miteinander, wird niemals ein Kurzhaarkitten im Wurf zu finden sein, denn beide Elterntiere können nur reinerbig langhaarig sein. Anders sieht es bei kurzhaarigen Elterntieren aus: Hier können sowohl kurz- als auch langhaarige Kitten in einem Wurf fallen, wenn beide Elterntiere mischerbig kurzhaarig sind. Katzenzucht ist also tatsächlich eine Wissenschaft für sich.

Wie sieht nun unser Fazit zu den Langhaarkatzen aus?

Wenn man es ganz genau nimmt, gibt es genetisch gesehen nur kurz- und langhaarige Katzen und keine „halblanghaarigen“. Das ist allein eine züchterische Unterteilung hinsichtlich der Länge des Fells.

Die Züchter lassen streng genommen nur die Perserkatzen als Vertreter der Langhaarrassen gelten ebenso wie die Angorakatzen und damit wird eine Aufzählung der langhaarigen Katzenrassen doch recht überschaubar:

  • Angorakatze (ausgestorben)
  • Malteserkatze (ausgestorben)
  • Perser
  • Colourpoint
  • Non Pointed Himalayan