Kategorie I: Perser & Exotic Shorthair

Die Kategorie I der FIFé umfasst überraschenderweise nur zwei Katzenrassen: Die Perser und die Exotisch Kurzhaar. Perserkatzen sind nach wie vor die Lieblinge der Katzenfreunde und führen die Popularitätsskala der Rassekatzen an. Immerhin gehören sie zu den ältesten bekannten Katzenrassen überhaupt.

Was ist das besondere an einer Perserkatze?

Perserkatzen sind einfach eine vornehme Erscheinung, die jeden Katzenfreund besticht. Aber nicht nur das, die schönen Perser haben auch eine große Zahl anderer attraktiver Katzenrassen genetisch beeinflusst. Perserkatzen stammen übrigens aus England und ohne sie gäbe es bei Weitem nicht so viele wunderbare Katzenrassen. Der Beginn ihrer Zucht lässt sich auf die Zeit um das Jahr 1870 festlegen. Zu dieser Zeit galten die opulenten Schönheiten mit ihren sanften Puppengesichtchen noch als absolute Rarität und waren vor allem in den Kreisen des Hochadels zu finden. In England war die berühmte Queen Victoria die stolze Besitzerin eines Pärchens Perserkatzen.

Was ist dann die Exotic Shorthair?

Die Exotic Shorthair kann man als Ableger der Perserkatze bezeichnen. Sie kommt aus den USA und ihr Zuchtstandard gleicht dem der Perser aufs Haar. Wirklich? Denn es ist genau ihr Haarkleid, das den Unterschied zu den üppig behaarten Persern macht: Die Exotic Shorthair kommt mit kurzen Haaren daher und wer sich nicht Tag für Tag mit Bürsten beschäftigen möchte, ist bei diesen Katzen genau richtig.

Die Entstehung der Exotic Shorthair:

Zur Entstehung dieser Katzenschönheiten in den 1950er/1960er Jahren haben nicht nur die Perserkatzen ihren Teil beigetragen. Glaubt man den Pionieren dieser Zucht, setzten die Züchter anfangs sogar die Russisch Blau und Burmesen ein, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Die Perserkatze ist im Grunde nur wegen der Verbesserung von Fellqualität und Typ in der Shorthair-Zucht gelandet. Außerdem sollten sie mit das Silber-Gen der langhaarigen Perser weitergeben.

Kunterbunte Farbenwelt

Überraschend an der Kategorie I der FIFé ist die überwältigende Vielfalt an Farben, in denen die Perser und Exotic Shorthair zugelassen sind:

  • Weiß,
  • Schwarz,
  • Blau,
  • Rot,
  • Creme,
  • Chocolate,
  • Lilac,
  • alle Schildpattvarianten,
  • alle Bicolour, Harlekin oder Van,
  • mit Tabbymuster,
  • mit Silber,
  • in Golden
  • und Colourpoint

Ist die Kategorie I auch eine Frage des Charakters?

Die Perser und die Exotic gleichen sich nicht nur in ihrem Körperbau, sondern haben auch Parallelen in ihrem Wesen aufzuweisen. Beide Katzenrassen gehören keinesfalls zu den hyperaktiven, geschwätzigen und quirligen Katzenrassen. Die schönen Wuchtbrummen lassen es ganz ruhig angehen, was aber nicht heißt, dass nicht auch sie verspielt sein können. Die Katzen dieser Kategorie sind etwas für Menschen, die nicht nur auf uralten Katzenadel stolz sind, sondern auch ein Katzentier suchen, das ruhig ist, stundenlang mit seinem Menschen auf der Couch verweilen kann und sich ohne Ende kraulen lässt. Hektik und turbulentes Familien-Gewusel sind den gemächlichen Adeligen ein echter Graus.

Unser Fazit zur Kategorie I der FIFé:

Leider sind die schönen und gemütlichen Katzen der Kategorie I in der Vergangenheit ins Gerede gekommen, und zwar ins schlechte. Zu viele Auswüchse gab es in der Zucht, die zu Lasten der Gesundheit der Katzen gingen: Immer plattere Nasen, die immer höher wanderten kamen in Mode, insbesondere in den USA als „Peak Faces“ bezeichnet. So landete der Nasenspiegel so mancher Katze schon genau zwischen den Augen. Mit fatalen Folgen: Atembeschwerden, dauerverkrustete Augen und laufende Katzennäschen. Solche Zuchtauswüchse sind nicht zu tolerieren. Zum Glück geht der Trend inzwischen wieder in eine andere, vernünftige Richtung. Gemäßigtere Katzentypen mit weniger Gesundheitsproblemen sind nun gefragt und nicht mehr die krank gezüchteten Kreaturen, die in ihrer Lebensqualität doch stark eingeschränkt sind. Und diejenigen, die den Aufwand scheuen, den man betreiben muss, um ein wunderbar opulentes Perserfell „in Schuss“ zu halten, sind mit einer Exotic Shorthair bestens bedient.