Britisch Kurzhaar Katze
/>HerkunftslandHerkunftsland:England
GrößeGröße:mittelgroß
GewichtGewicht:Kater 7 bis 8 kg, Kätzinnen 4 bis 6 kg
KörperbauKörperbau:muskulös, gedrungen
AugenAugen:groß und rund; Augenfarbe zur Fellfarbe passend
FellFell:kurz mit dichter Unterwolle; leicht vom Körper abstehend
FellpflegeFellpflege:mehrmals wöchentliches Bürsten, während des Fellwechsels täglich
CharakterCharakter:sehr sanft und ruhig
HaltungHaltung:sehr ruhige und liebevolle Katze mit einem Hang zur Bequemlichkeit

Die Britisch Kurzhaar - Ein Star in der Werbung

Die Britisch Kurzhaar, oder abgekürzt „BKH“, ist ein Star in der Werbung. Wir kennen sie alle: Die bezaubernde Whiskas-Katze, die uns mit ihren großen Kulleraugen aus dem Tierfutterregal anblickt. Und das weiße BKH-Kitten, das als der zuckersüße Star für Katzenstreu wirbt. Die Britisch Kurzhaarkatze ist bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts bekannt und wird seit über einhundert Jahren planmäßig gezüchtet. Und man glaubt es kaum - die Ursprungsrassen dieser stolzen und charmanten Katze aus der Werbung sind die Straßen- und Bauernkatzen Großbritanniens. Wer hätte das gedacht? Und immer mehr Katzenliebhaber finden großen Gefallen an diesen kleinen flauschigen Bärchen. In die BKH wurden fast alle Katzenrassen eingekreuzt: Von der Perser bis zur Siam über Straßen- und Mischlingskatzen. All das hat eine unglaubliche Auswahl an Fellfarben hervorgebracht. Und die bestimmten Augenfarben, die zur Fellfarbe passen müssen, bringen viele Züchter schier zur Verzweiflung.

Am Anfang der Britisch Kurzhaar war die Katzenschau

Die ersten Katzen kamen vermutlich mit den Römern nach Großbritannien und jahrhundertelang lebten die britischen Hauskatzen isoliert auf ihrer Insel. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Britisch Kurzhaar aus den robusten Bauern-, Straßen- und Wohnungskatzen der Bewohner Großbritanniens heraus gezüchtet. Zu dieser Zeit kamen Ausstellungen und die verschiedenen Katzenrassen in Mode. Als im Jahr 1871 in England die erste große Katzenausstellung abgehalten wurde, begründete sie auch die ersten planvollen Zuchtversuche für die Britisch Kurzhaar. Auch sie wurde hier vorgestellt. Nach den beiden Weltkriegen erlebte die Rasse in der Nahrungsknappheit einen dramatischen Niedergang und wäre in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts fast verschwunden, wenn nicht einige engagierte BKH-Züchter versuchten hätten, durch Kreuzen mit anderen Rassen die Britisch Kurzhaar wieder zu stärken. Die Wahl fiel auf die Perserkatzen, nachdem sich die nicht registrierten Hauskatzen absolut nicht eigneten, obwohl diese doch die Ursprungsrassen der BKH waren. Durch das Einkreuzen der Perserkatzen versprach man sich eine Verbesserung des Typs, zusätzlich kam auch die Kartäuserkatze zum Einsatz.

Keine Verwechslung mit der Kartäuserkatze bitte!

Nach wie vor steht die Blaue im Vergleich zu allen anderen Farben der BKH in der Gunst der Katzenfans weit vorn. Und hier ist es vor allem die Augenfarbe der schönen Britin, die fasziniert: In Kontrast zum blauen Fell leuchten die Augen in orangefarbenen, kupfernen und goldenen Tönen. Wegen einer Angleichung der Kartäuser und der Blauen BKH wurden beide Rassen vom Zuchtverband FIFé sogar kurzzeitig zusammengefasst, was aber nach heftigen Protesten der Züchter der ursprünglichen Kartäuserkatze zurückgenommen wurde. Zu Unrecht wird die dabei entstandene Blaue Britisch Kurzhaar heute im Volksmund immer noch Kartäuser genannt, obwohl sich beide Katzenrassen vor allem im Körperbau sehr deutlich unterscheiden. Die eingekreuzte Perserkatze bei der BKH bewirkt einen massiven und gedrungenen Körperbau, während die Kartäuserkatze in ihrem Körperbau eher einer normalen Hauskatze entspricht. Eine ähnliche Eigentümlichkeit wie die Siamkatze hat die BKH auch: Fast die Hälfte aller Tiere hat die bei Katzen so seltene Blutgruppe B - bei der Siam haben alle Tiere die Blutgruppe A. Die kräftige und muskulöse Katze steht fest auf stämmigen Beinen und einfach alles an ihr ist rund: Das volle Gesicht, die breite Brust, die großen Augen ... Britisch Kurzhaar-Katzen gehören zu den echten Spätentwicklern und sie brauchen für ihre volle Entwicklung zwei Jahre und mehr. Dann beträgt das Gewicht der ausgewachsenen Kater 7 bis 8 kg und das der Kätzinnen 4 bis 6 kg. Die BKH kommt in allen Farben einfarbig, Schildpatt und Bicolor vor sowie Smoke und Tipped mit Abzeichen und den westlichen Tabby-Mustern. Die beliebteste Farbe aber ist wie bereits erwähnt schon seit langer Zeit das BKH-Blau, das eben oft fälschlicherweise als Kartäuser bezeichnet wird.

Britisch Kurzhaar sind very British!

Alles an der BKH ist von Grund auf Britisch: Freundlich zwar und ungezwungen wirken sie aber auch reserviert und haben gern ihre Ruhe. Auf die Heiterkeitsattacken und Akrobatikeinlagen der anderen Katzenrassen wird mit dem typisch britischen „Understatement“ gern verzichtet. Aus den unternehmungslustigen Straßenkatzen sind ruhige und zufriedene Salonlöwen geworden, die sich auf dem Sofa sehr wohl fühlen. Insgesamt ist die BKH ein würdevoller Begleiter im Alltag. Sie ist liebevoll und intelligent und ihr niedliches pausbäckiges Bärchengesicht vor allem der Kater zieht wohl jeden Katzenliebhaber in seinen Bann.

BKH-Kater sind einfach anders!

Besonders ausgeprägt sind vor allem bei unkastrierten Katern die „Katerbäckchen“, die das Gesicht noch runder aussehen lassen. Viele lieben gerade die stattlichen Kater ganz besonders wegen dieses Gesichtsausdrucks und sicherlich stand ein roter BKH-Kater Pate für den pausbackigen und gemütlichen Garfield, der als bequemer Kater mit dicken Backen und leicht schläfrigem Gesichtsausdruck daherkommt. Trotzdem ist dieser Garfield äußerst intelligent und notfalls auch zu Höchstleistungen fähig.

Zu wem passt die schöne Britisch Kurzhaar?

Britisch Kurzhaar sind die idealen Wohnungskatzen. Normalerweise sind die BKH die Ruhe selbst und sehr anschmiegsame und liebevolle Katzen. Wildes Herumgetobe scheint unter ihrer Würde zu sein. Sehr gerne genießen die kleinen Bärchen die Vertrautheit ihres Menschen und auch mit Artgenossen und Hunden kommt sie bestens klar. Mit Kindern versteht sich die freundliche und ruhige Katze problemlos, allerdings muss man beachten, dass sie mit Respekt behandelt werden will. Mit ihrem umgänglichen und liebevollen Charakter ist sie die ideale Familienkatze. Eine Wohnung mit ausreichend Platz und am liebsten mit Balkon oder Terrasse schätzt die Britisch Kurzhaar ungemein. Freigang sollte ihr nur unter Beobachtung und bei gutem Wetter gewährt werden. Allgemein ist sie eher keine Freigänger-Katze, da sie sehr anfällig auf Witterung oder die Krankheiten anderer Katzen reagiert, denen sie auf ihren Streifzügen begegnen könnte.

Und das Zubehör?

Neben den wichtigsten Utensilien wie Wasser- und Futternapf (gerne auch zwei Wassernäpfe an unterschiedlichen Stellen) und Decke oder Körbchen braucht diese gemütliche Wohnungskatze nicht viel. Ein Kratzmöbel sollte auch diesen gemütlichen Bärchen zur Verfügung stehen, allerdings darf das bei diesen schweren Katzen kein zierliches und wackeliges Möbelstück sein, man sollte unbedingt auf Standfestigkeit ganz besonders bei einem Kratzbaum achten. Zwar bringt eine Spielstunde mit ihrem Menschen den einen oder anderen unerwarteten Temperamentsausbruch zu Tage, aber die BKH ist keine Katze, die ständig die Vorhänge hinaufklettert oder die Regale leerräumt. Auch die ruhigste BKH ist keine Dekoration, sondern sollte zwischendurch zum Spielen animiert werden. Hier tun Laserpointer mit ihrem leuchtenden roten Punkt oder auch ein Türangelspielzeug gute Dienste. Für die Fahrt zum Tierarzt oder andere Strecken, die man mit seiner Katze zurücklegen möchte, tut eine stabile Transportbox für Katzen die besten Dienste. Eine BKH ist nun einmal kein Leichtgewicht und entsprechend stabil sollte auch die Transportbox sein, wenn auch von der ruhigen Katze keine großen Wutausbrüche zu erwarten sind. Auch eine Katzentoilette braucht die schöne Britin. Bei der Auswahl sollte man unbedingt darauf achten, dass sie groß genug ist, damit die Katze sich drehen kann und auch in Ruhe scharren, ohne den Kopf einzuziehen. Die meisten großen und mittelgroßen Katzen mögen keine Katzentoiletten mit Deckel. Notfalls kann man ihn einfach aber auch weglassen, wenn man merkt, dass er der Katze unangenehm ist. Und die Katzenstreu? Hier hat man einige Auswahlmöglichkeiten:

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  • Nicht klumpende Katzenstreu: Die meist preiswerte Streu besteht aus den unterschiedlichsten Materialien wie zum Beispiel Bentonit, Silikat, Zellulose und Mais-Pellets. Bentonit, Zellulose und Mais-Pellets sind natürliche Stoffe und können mit der Zeit verrotten. Der niedrige Preis der nicht klumpenden Streu relativiert sich mit der Zeit, da hier die Katzentoilette viel öfter grundgereinigt werden und die gesamte Streu ersetzt werden muss.
  • Klumpstreu: Hier bildet die Streu mit der Feuchtigkeit Klumpen, die ganz einfach mit einer Katzenstreu-Schaufel zweimal täglich aus der Katzentoilette entfernt werden können. Dann einfach mit frischer Katzenstreu auffüllen - fertig! Diese Streu ist teurer als die nicht klumpende, aber das rechnet sich, da die Katzentoilette in viel größeren Abständen einer Grundreinigung unterzogen und dann erst die gesamte Streu gewechselt werden muss.
  • Katzenstreu mit frischem Duft: Katzenstreu gibt es für einen angenehmen Geruch in der Katzentoilette auch mit den verschiedensten Duftstoffen ausgestattet. Besonders bei Verwendung einer Klumpstreu ist das recht angenehm, da hier nach der Entnahme der Klumpen immer wieder frische Streu mit frischem Duft nachgefüllt werden kann. Ohnehin gibt es im Fachhandel auch separat Deos für die Katzentoilette in großer Auswahl zu kaufen.

TIPP: Entsorgung von Katzenstreu

Diesem Thema sollte man besondere Aufmerksamkeit widmen. Biologische Katzenstreu wie zum Beispiel die aus Mail und Zellulose kann man ganz einfach über die Biotonne entsorgen, da sie nach kurzer Zeit verrotten. Mineralische Katzenstreu wie zum Beispiel die Silikat-Streu entsorgt man am besten über den Hausmüll. Bitte entsorgen Sie niemals die Katzenstreu über die Toilette, da diese schnell verstopfen kann!

Braucht die BKH besonderes Futter?

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Leider haben besonders Kastraten bei der BKH einen Hang zur Fettleibigkeit. Grundsätzlich ist bei der Auswahl des Futters besondere Sorgfalt angesagt: Katzen sind reine Fleischfresser, die in der Natur mit ihren Beutetieren über 90 Prozent tierisches Eiweiß aufnehmen. So sollte es auch in der Obhut des Menschen sein. Ein Blick auf die Dose eines preiswerten Katzenfutters verrät uns: Hier ist meistens recht wenig tierisches Eiweiß enthalten, Anteile tierischen Eiweißes im einstelligen Bereich sind keine Seltenheit, Zusatzstoffe wie Zucker und Getreide auch nicht. Nun hat Zucker im Katzenfutter generell nichts zu suchen, es dient lediglich der Optik und macht die Soßen oder Gelees appetitlich braun - für den Menschen. Eine Katze hat gar keine Rezeptoren für Süßes auf der Zunge. Manchmal wird Zucker auch zum Haltbarmachen eingesetzt. Trockenfutter enthält gar keinen Zucker. Wer die Mühe nicht scheut, versucht es einmal mit BARF (Biologisch Artgerechte Rohfleisch Fütterung). Hierbei bereitet man die hochwertige Ernährung seiner Katze selbst zu und fügt die wichtigen Zusatzstoffe, zum Beispiel Taurin, je nach Bedarf bei. Ein Blick in die in großer Zahl erhältliche Fachliteratur lohnt sich!

BKH, die Katze im Teddyfell

Das flauschige und sehr feine, dabei aber drahtige Fell dieser edlen Katze sollte regelmäßig und zwei- bis dreimal in der Woche gebürstet werden. Hierbei entfernt man seinem geliebten Bärchen nicht nur all’ die losen Haare, sondern festigt auch die soziale Bindung zu seinem Tier. Im Frühjahr wechselt die BKH ihr Fell und zu dieser Zeit ist tatsächlich sogar eine tägliche Fellpflege angesagt. Dabei ist das dichte Fell sehr praktisch und auch wasserabstoßend. Die Britisch Blau ist die bekannteste Farbvarietät der BKH und wird, weil sie so wunderschön ist, oft und gern in Werbespots eingesetzt. Obwohl es die Britisch Kurzhaar in so vielen verschiedenen mehrfarbigen Varianten gibt, findet sich in Großbritannien der größte Prozentsatz von einfarbigen Katzen. Der Grund dafür ist immer noch nicht klar, doch nach Ansicht einiger Genetiker sind einfarbige oder Non-Agouti-Katzen weniger scheu und wurden aus diesem Grund stets den wildfarbenen Vorfahren vorgezogen. Ob das stimmt? Man weiß es nicht genau. Einige Katzenliebhaber wollen sogar unterschiedliche Charaktereigenschaften mit den Farben verknüpft sehen: Cremefarbene Katzen sollen verschmust sein, Silver Tabbys sollen besonders sensibel und Blaue eher distanziert sein ...

TIPP: Die langhaarige Verwandtschaft

Die BKH stammt zwar hauptsächlich von Straßenkatzen ab, wurde aber auch gezielt mit Perserkatzen verpaart, um bestimmte Fellfarben zu erhalten. Durch ihre Verwandtschaft mit der Perserin erhielt sie ihren kompakten Körper mit den kurzen Beinen und dem kurzen Schwanz. Insgesamt hat auch der runde Kopf mit seinen kleinen Ohren mehr von einer Perser- als von einer Hauskatze. Das Langhaar-Gen der Perser schlummert also auch in vielen dieser unterkühlten Briten. Es kann immer mal wieder vorkommen, dass in einem Wurf ein langhaariges Kitten zur Welt kommt. Früher wurden sie ganz einfach verschwiegen oder verschenkt, heute aber sind sie für viele Katzenliebhaber etwas ganz Besonderes. Sie gehören züchterisch auch zu den BKH, werden aber Highlander, Lowlander, Britannica oder Britisch Langhaar genannt.

Rassespezifische Krankheiten bei der BKH

Die Britisch Kurzhaar ist eine sehr gemütliche Katze und erinnert schon fast an einen Couch-Potatoe. Leider neigt sie gern zu Übergewicht, besonders wenn sie kastriert ist. Eine BKH sollte groß, aber nicht fett sein. Auf artgerechte Ernährung und genügend Bewegung ist hier selbstverständlich zu achten, um einen übermäßigen Körperfettanteil zu vermeiden. Leider aber ist auch die Britisch Kurzhaar nicht frei von Erbkrankheiten. Wie einige andere Katzenrassen auch leiden sie an einer angeborenen Erkrankung der Herzmuskulatur (HCM) oder der erblichen Zystenbildung in den Nieren (PKD). Beide Krankheiten sind aber über DNA-Tests erkennbar und Britisch Kurzhaar-Züchter haben die Verantwortung, positiv getestete Tiere von der Zucht auszuschließen. Nach dem deutschen Tierschutzgesetz eine Verpaarung von HCM- und PKD-positiven Tieren ohnehin nicht erlaubt. Ein verantwortungsvoller Züchter für die Britisch Kurzhaar-Katze wird selbstverständlich seine Tiere auf alle Erbkrankheiten testen und auch die BKH-Kitten tierärztlich betreuen lassen. So viel Sorgfalt hat leider ihren Preis. Der hohe Aufwand bei der Selektion und Registrierung der Zuchttiere und der Betreuung der Elterntiere rechtfertigen diesen aber. Und wer sich ein solches Bärchen zulegen möchte, wird sich sicherlich völlig bezaubert keine Gedanken um seinen Preis machen.

Fazit

Die Britisch Kurzhaar ist eine sehr britische und „unterkühlt“ wirkende Begleiterin durch den Alltag, trotzdem aber ist sie liebevoll und zudem auch äußerst intelligent. Gemütlich und würdevoll wird sie mit ihren stämmigen Beinchen und den großen, runden Pfoten durch das Leben ihrer Familie stapfen. Was für ein wundervoller, märchenhafter Gedanke: Eine absolute Schoßkatze in Gestalt eines Bärchens!

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