Heilige Birma
/>HerkunftslandHerkunftsland:
GrößeGröße:mittelgroß
GewichtGewicht:Kater etwa 4,5 bis 6 kg, Kätzinnen bis 3 kg
KörperbauKörperbau:kompakt mit stämmigen Beinen; breite Brust mit starkem Brustkorb
AugenAugen:rund oder leicht oval; tiefblau
FellFell:halblang bis lang; seidig mit wenig Unterwolle; alle Point-Farben
FellpflegeFellpflege:regelmäßiges Bürsten
CharakterCharakter:sanft, verspielt, anhänglich und kinderlieb
HaltungHaltung:eignet sich sehr gut für die Wohnungshaltung, schätzt aber Artgenossen oder wenigstens Gesellschafter

Die Birma: Die Katze mit den weißen Handschuhen

Die Entstehungszeit der Birma ist unbekannt und auch ihre Vorfahren sind ungeklärt. Beeindruckend an dieser wunderschönen Katze sind ihre tiefblauen, fast runden Augen und ihr wundervolles Fell mit ihren weißen „Samthandschuhen“ an den Pfötchen. Für ihre Menschen sind die „Birmchen“ einfach perfekt - nicht nur wunderschön anzusehen, sondern auch sehr, wirklich sehr anschmiegsam. Allerdings leiden sie angeblich auch ein wenig an Herrschsucht, wenn man ihren Besitzern Glauben schenken darf ...

Die Legende von Birma-Kater Sinh

Die Birma, auch „Heilige Birma“ genannt, wird den Halblanghaar-Katzen zugerechnet. Eine (selbstverständlich ungesicherte) Entstehungstheorie ist diese: Diese Rassekatze stammt von einer tragenden Tempelkatze ab, die als Geschenk im Jahr 1919 aus dem heutigen Myanmar nach Frankreich geschickt worden war. Sie war der Dank für die Rettung von Tempeln in der Zeit der Brahmanen-Aufstände, so sagt man jedenfalls. Die Birmakatzen sind eher klein bis mittelgroß mit einem Gewicht von 4,5 bis 6 kg bei männlichen und bis zu 3 kg bei weiblichen Katzen.

Die Entstehung ihres Haarkleides geht ebenfalls auf eine Legende zurück, die ebenso unwahrscheinlich wie schön ist: Der Kater „Sinh“ lebte als Tempelkatze im Tempel Lao-Tsun, in dem die Mönche die Göttin der Seelenwanderung verehrten. Diese hatte saphirblaue Augen und durch sie sollte jeder Gläubige nach seinem Tod in dem Körper eines ihr geweihten Tieres weiterleben. Sinh war der Lieblingskater von Großlama Mun Ha und soll ihm als Orakel gedient haben. Die Fellfarbe des Katers mit den gelben Augen war reinweiß, nur seine Ohren, die Nase, der Schwanz und die Spitzen seiner Pfoten hatten die Farbe schmutziger Erde. Als Mun Ha im Sterben lag, wurde der Tempel angegriffen. Beim letzten Atemzug des Großlamas sprang Sinh zu seinem sterbenden Herrn und plötzlich nahm der Kater die blaue Augenfarbe und später auch im Fell die Farben der Göttin an. Seine Pfotenspitzen wurden reinweiß und sein Blick wanderte befehlend zu den Toren, um die Mönche zu ihrem Schließen zu bewegen. Diese verstanden sofort, schlossen die Tore und der Tempel war gerettet. Nach sieben Tagen starb Sinh und seither tragen alle Katzen ein goldgelbes Fell und statt der ehemals gelblichen, hatten sie wunderschöne tief saphirblaue Augen. Zum Zeichen ihrer Reinheit waren ihre Pfötchen weiß ... Eine schöne Legende, aber natürlich nicht sehr wahrscheinlich, denn die Birma selbst ist wohl eher das Ergebnis aus denselben Zuchtversuchen, aus denen auch die Colourpoint Persian hervorgegangen war.

Zu wem passt die Heilige Birma?

Mit ihrem liebevollen und anhänglichen Wesen und sicherlich auch wegen ihres wunderschönen Fells sind die Birmakatzen seit vielen Jahren beliebte und heiß geliebte Hausgenossen. Birma vereinigen das ruhige und menschenbezogene Wesen der Siam mit dem Ruhe liebenden und sanftmütigen Naturell der Perserkatze. Sie sind sehr gesellig und fühlen sich allein sehr unwohl, weshalb sie auch mindestens zu zweit oder wenigstens mit einem Kameraden zusammenleben sollten, der auch gerne ein netter Hund sein kann, wenn schon kein Artgenosse in der Nähe ist. Die Birma ist eine ideale Wohnungskatze mit einem gemäßigten Temperament. Sie ist sehr anhänglich, dabei aber niemals wild und aufdringlich. Mit ihrer Sanftmut und Geduld kommt die Heilige Birma auch mit Kindern gut zurecht und ist die ideale Katze für Familien mit Kindern. Sie möchte aber nicht gerne allein sein und deswegen achten verantwortungsvolle Züchter darauf, dass sie nicht in „Einzelhaft“ kommen, erst recht dann nicht, wenn ihre neuen Besitzer berufstätig und den ganzen Tag außer Haus sind.

Die Birma: Eine schöne Diva mit Charme

Die Birma ist eine sehr genügsame und zufriedene Katze, die ihren Menschen aber durchaus lautstark wissen lassen wird, wenn ihr langweilig ist oder sie sich vernachlässigt fühlt. Sie wird so lange jammern und maunzen, bis sie die gewünschte Schmuseeinheit bekommt. Birmakatzen sind sehr neugierig und dabei ausgesprochen zutraulich. Es ist ihre Freundlichkeit und Sanftmütigkeit, die sie zur idealen Familienkatze macht, bei der bei Freigang allerdings Vorsicht geboten ist, denn sie wird sehr schnell sehr zutraulich, lässt sich dann gern von dem fremden Menschen anlocken und ist schnell einmal verschwunden - nicht im Tierheim, dazu ist sie doch zu auffällig und liebevoll, sondern wegen ihrer Schönheit und Sanftheit dann als neuer Hausgenosse ihres „Entführers“, der durchaus im Glauben sein kann, diese sanfte Schöne wäre so zutraulich, weil sie heimatlos ist ...

Zucht und Aussehen der Heiligen Birma

Die Anerkennung der Birma als Rasse geht zurück auf das Jahr 1925 in Frankreich und in alten Zuchtbüchern lässt sie sich tatsächlich bis 1915 zurückverfolgen. Auf der einen Seite war die Rasse in Europa zunächst „Khmer“ genannt worden, andererseits war sie als „Heilige Tempelkatze von Birma“ bekannt. Wer sich schon mit der Entstehung der Rasse der Perserkatze beschäftigt hat, wird unterwegs auch auf die Birmakatze gestoßen sein, deren Herkunft eng mit der der Colourpoint Persian verbunden ist. Erschreckenderweise gab es zum Ende des Zweiten Weltkrieges nur noch zwei überlebende Birmas im Westen Europas. So war es schwierig, die Rasse weiterzuführen und man verpaarte sie mit anderen Rassen, die zum einen den Genpool vergrößerten, zum anderen aber auch eine Reihe von neuen Abzeichenfarben beisteuerten. Inzwischen hat sich der Bestand wieder komplett erholt und die Birma ist in den USA und in Europa ausgesprochen populär. Von Aussehen und Körperbau her liegt die Birmakatze in der Mitte zwischen der bereits erwähnten Colourpoint Persian und den langhaarigen Varianten der Orientalen. Birma sind kräftig, aber nicht gedrungen, und stehen auf mittellangen Beinen. Das Fell ist seidig, aber nicht ganz so dick wie bei den Persern und verfilzt daher auch kaum. Eine tägliche Pflege wird das Birmchen aber durchaus zu schätzen wissen. Die Birmakatze ist in vielen verschiedenen Katzenzuchtverbänden anerkannt und wer einen solch wundervollen Hausgenossen sucht, wird sein Birma-Kitten sicherlich in den Catteries der dort eingetragenen engagierten Züchter für die Birmakatze finden. Auch diese Rassekatze hat leider ihren Preis. Das Engagement und die Sorge der Birmazüchter um das Wohl ihrer Lieblinge schlägt sich nun einmal auch im Preis für die Katzenkinder nieder.

TIPP: Die perfekten Handschuhe

Eine echte Herausforderung für die Birma-Züchter sind die vorgeschriebenen weißen Handschuhe, die gleichmäßig auf alle vier Pfoten verteilt sein müssen. Dabei sollen sie an den Hinterpfötchen in den sogenannten „Sporen“ enden, einem perfekten Dreieck. Selbst der Nachwuchs von Zuchtkatzen mit perfekter Zeichnung ist nicht immer auch mit perfekten Handschühchen als Erbe ausgestattet. Manchmal ist der Weißanteil einfach zu ungleichmäßig, manchmal fehlen die Sporen an den Hinterbeinen. Solche Katzen werden in der Regel gar nicht erst ausgestellt, denn auf Zuchtschauen wären sie ohnehin chancenlos.

Und das Zubehör für die Birma?

Jeder weiß, mit einer Katze kommt auch das entsprechende Zubehör ins Haus. Aber was soll es nun tatsächlich sein?

  • Ganz wichtig: Wasser- und Futternapf. Unsere Katzen stammen von Wüstenbewohnern ab und kommen mit wenig Flüssigkeit aus. Wird die Katze nur mit Feuchtfutter ernährt, das selbst zu etwa aus 80 % aus Wasser besteht, hört die eine oder andere Katze so gut wie gänzlich mit dem Trinken auf. Und obwohl Katzen generell wenig trinken, ist es natürlich wichtig, dass sie stets einen Napf mit frischem Wasser vorfindet - besser noch sind mehrere über die Wohnung verteilte Näpfe. Manche Katzen mögen lieber abgestandenes Wasser, manche lieben das Wasser aus einem speziell für Katzen erhältlichen Trinkbrunnen. Katzen mögen es gar nicht, wenn der Wassernapf neben dem für das Futter steht und ganz schlimm ist es für sie, wenn der auch noch neben der Katzentoilette steht. Auch andere Haustiere wie zum Beispiel Hunde sollen nach Möglichkeit keinen Zugang zu den Katzennäpfen haben, denn sie möchte keinen Hundesabber in ihrem Wasser.
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  • Trockenfutter für Katzen: Katzen, die nicht in menschlicher Fürsorge leben, fressen immer dann, wenn sie Glück bei der Jagd hatten - wenn alles gut geht, fressen sie so etwa zehn bis fünfzehn Mal innerhalb von 24 Stunden. Sie fressen quasi immer, also Tag und Nacht. Hauskatzen fressen sehr gern ebenso viel, wenn sie nur die Möglichkeit dazu haben. Es spricht gar nichts dagegen, die Tagesration bei Fütterung mit Trockenfutter komplett in den Napf zu füllen. Die Katze bedient sich dann selbst und wichtig ist dabei, dass der Napf dann leer bleibt, wenn die Tagesration aufgegessen ist.
  • Nassfutter für Katzen: Wenn die Katze mit hochwertigem Feuchtfutter gefüttert wird, sollte die Ration für den Tag auf mehrere kleinere Portionen aufgeteilt werden. Sie kommt dann mehrmals täglich frisch in den Napf, damit keine Reste übrig bleiben. Reste von Nassfutter, die über Stunden im Napf bleiben, sind unhygienisch und Katzen würde sie sowieso nicht mehr fressen. Ein gutes Nassfutter für Katzen weist einen Eiweißanteil von mindestens 80 Prozent auf der Dose aus und keinen hohen Getreideanteil.
  • BARF: Man kann zu teurerem Fertigfutter greifen oder die Nahrung seiner Katze selbst zubereiten, wie beim Prinzip des BARFens. Eingedeutscht bedeutet BARF „Biologisch Artgerechte Rohfleisch Fütterung“. Hier wird das - rohe - Fleisch täglich frisch zubereitet und auch rohe Knochen und Haut finden sich dabei für die Reinhaltung der Zähne. Zusätze wie das unerlässliche Taurin müssen hier täglich selbst zugemischt werden. Im Handel findet man eine große Zahl guter Bücher, die sich mit diesem Thema befassen.
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  • Katzentoilette: Unverzichtbar für diese schöne Wohnungskatze ist auch eine Katzentoilette, die stets mit sauberer Katzenstreu gefüllt ist. Die Modelle gibt es mit und ohne Deckel und Klappe, mit hoher und flacher Schale ... Der Fachhandel hält eine große Vielfalt an Modellen bereit und man muss einfach ausprobieren, was der Samtpfote am besten gefällt.
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  • Katzenstreu: Auch hier ist die Auswahl groß. Es gibt die sogenannte Klumpstreu, die die Flüssigkeit in Klumpen einschließt, und nicht klumpende Streu. Diese Klumpstreu ist etwas teurer, muss aber auch nicht täglich ausgewechselt werden. Hier reicht es, das geklumpte Katzenpipi mit einer Katzenstreu-Schaufel zweimal täglich zu entfernen. Für eine frische Katzentoilette findet man Streu mit leichtem Duft und sogar Deo-Pulver für die Katzentoilette. Auch hier muss man testen, ob der Katze das gefällt.
  • Polybeutel für die Katzentoilette: Um die Streu aufzunehmen und die Katzentoilette vor dem Katzenurin zu schonen, kann man zu Plastikbeuteln greifen, die im Boden der Toilette befestigt werden und verhindern, dass der Kunststoff rau wird. Leider ist das nicht besonders umweltfreundlich, man wird aber bei dieser Methode nur sehr wenige Beutel benötigen.
  • Kratzmöbel: Für die eher kleinere Wohnungskatze reicht ein kleineres Kratzmöbel wie die Kratzbretter oder ähnliches aus. Möchte man der Birma aber einen Gefallen tun, greift man natürlich am besten zum Kratzbaum. Außer der Standsicherheit muss man nichts beachten, aber diese Standsicherheit ist natürlich wichtig, denn auch wenn das leichte Birmchen den Kratzbaum anpeilt und mit Schwung auf ihm landet, möchte ja niemand, dass das gute Stück ins Wackeln gerät und mit einen lauten Knall in der Wohnzimmereinrichtung landet.
  • Transportbox: Für das mittelgroße Birma-Kätzchen reicht eine Transportbox mittlerer Größe für eine sichere Reise durchaus aus. Auch die beliebte Katzenhöhle aus Weide kann bei ihr Verwendung finden, sollte aber sicher zu verschließen sein. Manche Katze findet eine Autofahrt nicht so prickelnd und möchte lieber den Weg in die Freiheit suchen.
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Rassespezifische Krankheiten

Die Heilige Birma ist mit einem ausgesprochen starken Immunsystem ausgestattet, das sie weitgehend vor den üblichen Infektions-Krankheiten anderer Rasse- und auch Hauskatzen schützt, diese aber auch nicht ganz ausschließt. Wie andere Katzenrassen auch ist sie aber anfällig für die häufigsten Katzenkrankheiten HCM (Hypertrophe Kardiomyopathie) und PKD, die auch als polyzystische Nierenerkrankung bezeichnet wird und vor allem bei Perserkatzen und deren Nachkommen auftritt. Bei HCM kann es bei zunächst gesund erscheinenden Kitten später zu plötzlichem Herztod kommen. PKD ist leider nicht therapierbar, lediglich das Fortschreiten kann durch eine begleitende Behandlung verlangsamt werden. Für beide Krankheiten existieren aber zuverlässige Gen-Tests. Um die Ausbreitung beider Krankheiten bei Katzen einzudämmen, sind die Züchter verpflichtet, positiv getestete Katzen aus der Zucht zu entfernen. Seriöse und fürsorgliche Züchter lassen ihre Tiere in jedem Fall testen und legen auf Nachfrage sofort einen entsprechenden Nachweis über das Ergebnis vor. Interessenten, die sich eine gesunde Katze wünschen, werden einen geeigneten Züchter auswählen und sind durchaus bereit, mehr Geld auszugeben, denn diese Fürsorge ist ihren Preis in jedem Fall wert.

Fazit

Die Birma ist eine ausgesprochen sanfte und sehr liebevolle Katze, die mit ihrem wundervollen Aussehen das Herz eines jeden Katzenliebhabers betören wird. Wer einmal mit einer Heiligen Birma sein Leben teilte, wird für immer infiziert bleiben.

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