Noch mehr besondere Katzen...

Eines wird sicherlich jeder Katzenbesitzer sofort unterschreiben: Seine Katze ist eine ganz besondere Katze. Aber was meinen wir wohl damit, wenn wir von besonderen Katzen sprechen? Die außergewöhnliche Sphynxkatze haben wir in einem eigenen Portrait ja schon vorgestellt. Was mag es also noch geben? Außer den Nacktkatzen finden wir unter den Katzenrassen noch diese außergewöhnlichen Katzen:

  • Pointkatzen
  • Rexkatzen
  • Hybridkatzen
  • Waldkatzen

Was macht die Pointkatzen so besonders?

Pointkatzen sind Katzen, die bei einem hellen Körperfell farbige Abzeichen an den kühleren Körperstellen wie den Ohren, im Gesicht, den Beinen, dem Schwanz und den Hoden besitzen – die Points. Und tatsächlich hat die Körperfärbung auch etwas mit der Körpertemperatur der Katzen zu tun: Die Ursache für die Teilentfärbung des Katzenkörpers ist ein Teilalbinismus durch die mangelnde Produktion des Enzyms Tyrosinase. Hier ist die Tyrosinase bei höherer Körpertemperatur nicht funktionsfähig und die wärmeren Körperregionen bleiben entfärbt. Daher sind die kälteren Regionen auch dunkel gefärbt, was ein einfaches Experiment bestätigen kann: Legt man einer Pointkatze zum einen Verband zum Beispiel um eine dunkel gefärbte Pfote, so wird sich diese unter dem Verband wegen der Wärme hell verfärben – oder entfärben, je nachdem, wie man es sieht ... Von dieser mangelnden Pigmentbildung sind auch die Augen betroffen, weswegen Pointkatzen blaue Augen haben. Diese Rassen sind bekannte Beispiele für Pointkatzen:

Was ist mit einer Rex-Katze gemeint?

Eine Rexkatze ist nichts weiter als eine Katze mit einem gewellten Haar – eine Katze mit Dauerwelle sozusagen. Die Rexkatze ist durch eine natürliche Mutation entstanden, das gewellte Fell ist ihr also nicht angezüchtet. Interessant ist, dass es sich bei der Rex-Mutation um verschiedene Mutationen unterschiedlicher Rassen handelt, was diese bei der Zucht untereinander nicht kompatibel macht. Damit sind die Rex-Rassen untereinander nicht verpaarbar. Eine identische Rex-Mutation haben nur die Cornis Rex, die German Rex und die California Rex. Bei den Rex-Katzen brechen die Schnurrhaare sehr leicht ab, weshalb nach §11b des Tierschutzgesetzes diese Rassen eigentlich mit einem Zuchtverbot belegt sind. Diese Rex-Katzenrassen gibt es:

  • Bohemian Rex
  • California Rex
  • Cornish Rex
  • Devon Rex
  • German Rex
  • La Perm
  • Oregon Rex
  • Selkirk Rex
  • Ural Rex

Wann spricht man von einer Hybridkatze?

Hybridkatzen sind das Ergebnis einer Kreuzung von Wildkatzen mit Hauskatzen. Ihre Geschichte beginnt mit de Wunsch der Katzenliebhaber nach einer Wildkatze für das Wohnzimmer. So schufen amerikanische Züchter eine Katze mit dem Aussehen einer Wildkatze, verquickt mit dem Charakter der Hauskatze. Das Entstehen dieser Rassen wäre ohne menschliches Zutun gar nicht möglich gewesen, da Wild- und Hauskatzen sich untereinander nicht paaren. Die bekannteste Hybridkatze ist die Bengalkatze mit dem Aussehen eines Ozelots oder Leoparden und dem freundlichen Charakter der Felis bengalensis. Im Verlauf der Zucht wurden dann weiter die Egyptian Mau, Abessinier, Orientalisch Kurzhaar und Amerikanisch Kurzhaar mit eingekreuzt, um das wilde Aussehen der Abkömmlinge zu erhalten. Diese Hybridkatzen gibt es:

  • Bengalkatze
  • Chausie
  • Savannah

Waldkatzen: Kommen die hübschen Kobolde wirklich aus dem Wald?

Nomen est omen – auch bei den Katzen. Tatsächlich kommen Waldkatzen aus den Wäldern Amerikas, Skandinaviens und Russlands. Und diese Katzen sind die reinsten Naturburschen. Allen gemeinsam ist ihr prächtiges Fell, das auch noch wasserabweisend ist. So können sie es in den bitterkalten Wintern ihrer Heimat gut aushalten: Ihr Fell besteht aus langen Deckhaaren und dichter Unterwolle und ein buschiger Schwanz lässt sich beim Ruhen prima um den Körper rollen. Eine imposante Halskrause perfektioniert das winterliche Outfit. Im Sommer lassen sie es leichter angehen, dann ist das Fell der Katzen deutlich dünner und nur noch der buschige Schwanz erinnert daran, dass da eine Waldkatze vor einem steht. Es sind schon verwegene Burschen mit einem ebensolchen Gesichtsausdruck – unabhängig vom Menschen und ursprünglich in ihrem Wesen. Dichte Haarbüschel zwischen den Pfoten lassen ihre Füße zu Schneeschuhen werden und die Luchspinsel an den dicht behaarten Ohren schützen zusätzlich vor dem Erfrieren. Alle Waldkatzen sind wunderbare Hausgenossen, die anhänglich und verschmust allen Familienmitgliedern freundlich zugetan sind. Tatsächlich verstehen sie sich auch ausgezeichnet mit den Kindern und eventuellen Hunden der Familie. Waldkatzen sind sehr soziale Wesen, die gerne mit Artgenossen zusammen sind. Lebhaft und verspielt sind sie, aber nicht wild. Alles in allem sind alle Waldkatzen angenehme Mitbewohner:

Unser Fazit zu den besonderen Katzenrassen:

Natürlich findet jede Katzenrasse ihren Liebhaber und es wäre ausgesprochen kurzsichtig und dumm eine Rasse schlechtzureden, nur weil einem ihr Aussehen fremd ist. Sind die Nachkommen dieser Rassen lebensfroh und gesund, ist gegen eine Zucht dieser besonderen Katzenrassen gar nichts einzuwenden. Einfach jeder Katzenliebhaber findet so sein passendes Haustier. Eines aber ist immer zu beherzigen: Unter gar keinen Umständen darf eine Zucht in Qualzucht münden. Was auch noch wichtig ist: Auch unter den Katzen gibt es Rassen, die nichts für einen Anfänger sind. Hier sollte sich jeder Katzenfreund vor der Anschaffung bei einem Züchter gründlich über die Rasse seiner Wahl informieren.